„Oh it’s a deer“ – Tier-Alarm auf der Rennstrecke

Immer wieder kommt es vor, dass sich Tiere auf die Rennstrecke verirren. Ob Hunde, Hasen oder Rehe – je nach Land sogar Warane – plötzlich stehen sie mitten im Training oder Renngeschehen. Eine Situation, die sowohl für die Fahrer als auch für die Tiere extrem gefährlich ist. Doch wer greift in solchen Momenten ein? Wer ist zuständig, wenn ein Tier auf der Strecke auftaucht – und wie häufig passiert das überhaupt? Wir haben uns dieses Thema genauer angesehen.

Juan Pablo Montoyas Begegnung mit einem Reh am A1-Ring: www.youtube.com/watch?v=VaU6pqhwur4

Was passiert, wenn sich ein Tier auf der Rennstrecke befindet?

Sobald ein Tier im Bereich der Rennstrecke oder der direkten Sicherheitszonen festgestellt wird, muss diese Beobachtung unverzüglich an die Rennleitung gemeldet werden. Die Information erfolgt in der Regel über Funk durch die Streckenposten. Die Rennleitung bewertet die Situation anhand von der Tierart, der Position auf der Strecke, der aktueller Session und dem Gefährdungspotenzial. Abhängig davon werden entsprechende Maßnahmen gesetzt – von lokalen Warnsignalen bis hin zur Unterbrechung der Session. Im schlimmsten Fall, wenn eine unmittelbare Gefahr für Fahrer oder Einsatzkräfte besteht, wird das Rennen oder Training mit der Roten Flagge abgebrochen.

Wer ist in solchen Fällen zuständig?

Die primäre Verantwortung für das Erkennen und Melden liegt bei den Streckenposten entlang der Strecke. Sie beobachten permanent das Geschehen und geben relevante Informationen sofort weiter. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen obliegt ausschließlich der Rennleitung – genauer gesagt dem Clerk of the Course, der alle sicherheitsrelevanten Aspekte koordiniert und die entsprechenden Anweisungen gibt.

Welche Tiere sind das am Red Bull Ring?

Am Red Bull Ring handelt es sich in der Praxis meist um heimische Wild- oder Kleintiere. Dazu zählen vor allem Füchse, Hasen und Rehe. In seltenen Fällen können sich auch Enten in Streckennähe aufhalten, insbesondere in Bereichen der Wasserrückhaltebecken.

Wie oft kommt das vor?

Solche Vorfälle sind mittlerweile äußerst selten. Durch umfangreiche bauliche Maßnahmen, insbesondere die Errichtung und laufende Kontrolle von Wildzäunen rund um das gesamte Areal, konnte das Risiko deutlich reduziert werden. Tierbegegnungen auf der Strecke sind daher heute eher die Ausnahme.

Werden Streckenposten dafür speziell geschult?

Eine gesonderte Spezialschulung zum Thema Tiere auf der Strecke gibt es nicht. Allerdings werden Streckenposten im Rahmen ihrer allgemeinen Ausbildung sowie in Briefings darauf vorbereitet, ungewöhnliche oder sicherheitsrelevante Situationen zu erkennen und korrekt zu melden. Dazu zählt selbstverständlich auch das Auftreten von Tieren im Gefahrenbereich.

Werden Jäger vor den Rennen eingesetzt?

Jäger sind vor Ort in Bereitschaft und begleiten die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen – sowohl im Vorfeld als auch bei Bedarf während des Betriebs. Sie überprüfen unter anderem die Wildzäune und das umliegende Gelände, um das Risiko von eindringenden Wildtieren ins Gelände so gering wie möglich zu halten.

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